Der CDU scheinen die Ideen auszugehen. In der neuen Partei-Postille LERCHENBERG EXTRA vom Oktober 2004 ist nahezu alles von der ödp abgekupfert.
 

Hierzu gehören insbesondere die Themen: Radwege, Heizung und Kabel / Antenne
 


Radwege

Die von der CDU groß herausgestellte Forderung eines fahrradtauglichen Ausbaus der roten Wege hat die ÖDP schon vor einem Jahr zur Ortsbeiratssitzung am 29.1.2004 angemeldet:

"Die Stadtverwaltung wird gebeten, im Zusammenhang mit den Aufgrabungen die "roten Wege" unter Einbeziehung der den Anliegern überlassenen Randstreifen zumindest partiell auf das im Kataster eingetragene Maß zu verbreitern, um die teilweise sehr schlechte Erreichbarkeit der Grundstücke zu verbessern und der fahrradunfreundlichen Konzeption des Lerchenbergs entgegenzuwirken." Die Aufnahme dieses Antrags in die Sitzungstagesordnung wurde von OVST Zeuner verweigert. Deshalb hat sich die ÖDP direkt an die Stadtverwaltung gewandt und sogar einen Ortstermin an einer besonders frequentierten Stelle erreicht. Als Ergebnis stellte die Stadt fest: "Unter Berücksichtigung der Randbedingungen in der Örtlichkeit musste festgestellt werden, dass eine Verbreiterung der angesprochenen Fußwege zur Realisierung einer gefährlichen Begegnung von Radfahrern und Fußgängern an der Tatsache scheitern dürfte, dass die hierzu benötigten Flächen nicht verfügbar sind. Die Befestigung der teils privaten Vorgärten bzw. privat genutzten städtischen Flächen wären nur mit Einverständnis der Anlieger zu erzielen, was nach realistischer Einschätzung nicht oder nur in wenigen Ausnahmefällen zu erwarten sein dürfte" Die Stadt entfernte daraufhin ein Fußgängerschild, um die Nutzung eines formal gesperrten roten Weges durch Radfahrer zu legalisieren.
 
 

Heizung

Die schlechte bauphysikalische Qualität der Lerchenberger Häuser mit hohen Wärmeverlusten hat die ÖDP zum Anlass genommen, in der Ortsbeiratssitzung am 30.9.2004 eine Bestandsaufnahme der Serienhaustypen von der Stadt zu fordern:

"Die Stadtverwaltung wird gebeten, für die einzelnen Serien-Haustypen auf dem Lerchenberg eine thermografische Erfassung der Wärmeverluste als Entscheidungshilfe für nachträgliche Wärmedämmungen erstellen zu lassen, mit dem Ziel eines öffentlich geförderten Sanierungsprogramms unter Berücksichtigung von Solartechnologien als Modellprojekt." Der Antrag scheiterte auf Betreiben der CDU, die ihrerseits für sich in Anspruch nimmt, schon 2002 das Problem aufgegriffen zu haben. Das trifft zwar zu, nur bewegt hat sich nichts.

Ein weiterer Antrag der ÖDP zum Thema Heizkostenabrechnung wurde vom Ortsbeirat in der gleichen Sitzung mehrheitlich angenommen:

"Die Stadtverwaltung wird gebeten, das Vertragswerk mit dem Heizwerkbetreiber Favorit auf zeit- und umweltgerechte Korrekturmöglichkeiten zu überprüfen.

Begründung:

Seit dem von der ÖDP seit Jahren geforderten Lückenschluss des städtischen Fernwärmenetzes bis zum Lerchenberg fungiert das Favorit-Heizwerk praktisch nur noch als Verteilstation für den Wohn-Lerchenberg. Nach Auskunft der Stadtwerke können diese mit Temperatur und Menge des Heizwassers den Bedarf des gesamten Lerchenbergs abdecken. Lediglich für das ZDF muss die vorgelieferte Fernwärme ganzjährig auf 140°C nachgeheizt werden.

Wegen der schlechten bauphysikalischen Qualität der noch nach Nachkriegsnormen errichteten Wohnbebauung haben zwischenzeitlich Bauträger in großem Umfange Wohnblocks wärmegedämmt, ebenso einzelne Siedler. Trotz des gesunkenen Wärmebedarfs hat die Stadt bisher keine Möglichkeit gesehen, auf den Heizwerkbetreiber einzuwirken, die an einem überzogenen Bedarf orientierten Grundgebühren zu senken.

Weiterhin wird der Arbeitspreis nicht nach dem tatsächlichen Energieaufwand berechnet, sondern nach einem fortgeschriebenen Basisarbeitspreis mit Stand 1.1.68. Als Anpassungsgröße dient derzeit primär der Marktpreis für Erdgas. Tatsächlich wird Erdgas aber nur noch ergänzend eingesetzt, seit die Stadtwerke über eine Fernleitung als Wärme-Vorlieferant auftreten. Die als Abfallprodukt aus der Elektrizitätsgewinnung und Müllverbrennung zu günstigeren Konditionen angelieferte Wärme muss in der Gleitformel berücksichtigt werden.

Die völlig veränderten Rahmenbedingungen erfordern eine Aktualisierung des Vertragswerks, um energiesparendes Verhalten durch reduzierte Grundgebühren zu fördern. Ein entsprechendes Handlungsgebot ergibt sich aus Ziffer 4 der Lokalen AGENDA 21."
 
 

Antenne

Geradezu eine Kriegserklärung steckt in dem Vorwurf, Hartmut Rencker (ÖDP) polemisiere gegen den Ortsbeirat. Tatsache ist, dass die mit falscher Begründung den Lerchenbergern aufgedrängte Neuverkabelung nie objektiv gerechtfertigt war. Die Behauptung, Kabel seien verschlissen, ist physikalischer Unsinn. Ein Antennenkabel verschleißt ebenso wenig wie ein Elektrokabel. Alterung tritt an den Verstärkereinheiten auf, evtl. auch durch Korrosion an Anschlussstellen, Verteilerdosen und Antennensteckdosen.

Die neue technische Entwicklung hat vielmehr die Auffassung der ÖDP bestätigt, dass die Verkabelung für Bürger mit normalem Fernsehkonsum absolut verzichtbar ist. Nur Nutzer exotischer Programme oder exzessive Nutzer des Internets haben durch die Neuverkabelung einen Vorteil. Das letzte Argument, nur das Kabel ermögliche einen schnellen (kostenpflichtigen) Internetanschluss, ist auch entfallen, seit die Telekom die DSL-Versorgung des Lerchenbergs aufgenommen hat und derzeit technisch weiter aufrüstet. Nur wer von der vergreisenden Lerchenberger Bevölkerung braucht das alles? Zorn geht um wegen der Bevormundung !

Eine leider anonym verfasste Zuschrift hat Ortsbeiratsmitglied Rencker am 24.10.2004 in seinem Briefkasten vorgefunden. Unabhängig von der Frage der Richtigkeit der hierin erhobenen schweren Vorwürfe ist allein die Tatsache der Anschuldigung bezeichnend für die Stimmungslage.


 

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