Lerchenberger ÖDP-Mann Rencker geht mit 65 aufs Altenteil:

Eine nochmalige Kandidatur bei der nächsten Kommunalwahl würde im Falle der Wiederwahl bedeuten, bis 72 "im Amt" bleiben zu müssen, das ist die nüchterne Einschätzung vom inzwischen gesundheitlich angeschlagenen "Graswurzelarbeiter" Rencker. Er will nicht als Mandatsträger vergreisen oder gar sterben. Deshalb zieht er sich jetzt mit Erreichen des "Rentenalters" zurück, um seinem nicht weniger unbequemen Nachrücker, Dipl.-Ing. Jürgen Gärtner, zur rechten Zeit Platz zu machen und mehr an sich selbst zu denken.

Rencker hat sich nie mit Lerchenberger Scharmützeln begnügt und hat seine umwelt- und sozialpolitischen Aktivitäten auch in den Stadtrat und darüber hinaus bis in die Landes- und Bundespolitik hineingetragen.  Mit der ihm eigenen zähen Beharrlichkeit und sorgfältiger Recherche hat er am Unfehlbarkeitsanspruch  mancher Entscheidungsträger schmerzhaft gerüttelt, oft mit Erfolg.

Das Gerangel um den gescheiterten Medienpark hat Rencker in die Politik gebracht. Hunderte Seiten Schriftverkehr mit den Fernsehgewaltigen, Ministerpräsidenten, bis hin zum Bundespräsident und der EU-Kommission waren an der Tagesordnung. Das Zusammenwirken mit der hoch verdienten Bürgerinitiative hat ihm den Raum gegeben, die Ignoranz der Entscheidungsträger immer wieder anzuprangern und letztlich mit einem Gutachten über die Unwirtschaftlichkeit des Projekts zur mutigen Entscheidung von ZDF-Intendant Schächter beigetragen zu haben.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit waren und sind die Auseinandersetzungen mit dem monopolistischen Heizwerkbetreiber FAVORIT (Ölmulti Exxon), der mit einer umweltfeindlichen Gebührenpolitik mit hohen verbrauchsunabhängigen Grundkosten alle Energieeinsparmaßnahmen wirtschaftlich aushebelt. Ein Erfolg zeichnet sich derzeit als Silberstreif ab.

Und viele "kleine" Themen hat Rencker beackert, so hat er den Impuls gesetzt, die beabsichtigt gewesene "Entsiedelung" des Aureus zu verhindern, ebenso den formal immer noch in der Planung befindlichen Medienpark-Doppelkreisel. Seine Forderung nach einem Lückenschluss im städtischen Fernwärmenetz bis zum Lerchenberg wurde verwirklicht, auch der erst teilweise begonnene Bau eines ausgerechnet auf der bewohnten Seite der verkehrsreichen Hebbelstraße vergessenen Bürgersteigs.  Teilerfolge konnte er bei den durch überzogene Volumenbereitstellung überhöhten Müllkosten erreichen sowie gegen die Modalitäten der Zwangsverkabelung. Und ganz nebenher gibt er mehrere Homepages heraus, als Schwerpunkt eine gut abgerufene Lerchenberg-Seite mit der Adresse: www.oedp-lerchenberg.de. Trotz aller Prügel, die er immer wieder bezogen hat, war es ein schöner und erfolgreicher Lebensabschnitt, den er nicht missen möchte. Erbittert ist Rencker, mit welchem Maß an fachlicher Inkompetenz, Selbstherrlichkeit und Ignoranz die Landesregierung die elementaren Lebensbedürfnisse unserer fluglärmgeplagten Region Rhein-Main missachtet. Alle seine Eingaben sind ausweichend oder gar nicht beantwortet worden.

Ganz wird er es nicht bleiben lassen können. Er will seine politische Heimat, die Freidenker von ÖDP und auch von den Freien Wählern Mainz weiterhin unterstützen, sich ansonsten aber mehr in seiner  fluglärmfreien "Seelenheimat" Oberallgäu aufhalten.

Mainz, 1.10.2007

ödp + Freie Wähler
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