Antrag zur Sitzung des Ortsbeirats am 27.4.2006

Leckagen zwischen Trink- und Heizwassernetz

Der Ortsbeirat möge beschließen:

Die Stadtverwaltung wird gebeten, in geeigneter Weise sicherzustellen, dass Leckagen zwischen Trink- und Heizwassernetz rechtzeitig erkannt und abgestellt werden.

Begründung:

Die Versorgung des Lerchenbergs mit warmem Trinkwasser erfolgt durch Wärmetauscher in abnehmereigenen Boilern. Die Wärmetauscherschlangen sind durchrostungsempfindlich. So ist zwischenzeitlich auf dem gesamten Lerchenberg überwiegend die zweite oder schon dritte Generation an Boilern im Einsatz. Leckagen innerhalb des Wassersystems fallen nicht auf. Am ehesten weisen atypisch hohe oder niedrige Verbrauchswerte darauf hin, dass Heiz- und Trinkwasser dem physikalischen Prinzip der "kommunizierenden Röhren" unterliegen. Dieses Problem ist dem Wärmeversorger bekannt. FAVORIT versucht deshalb, durch Ablassen der Heizwasservermehrung einen Druckunterschied in den Netzen sicherzustellen, damit chemisch  und physikalisch aufbereitetes Heizwasser möglichst nicht ins Trinkwassernetz eindringt. Der Wärmeversorger hat indirekt eingeräumt, dass es Leckagen zwischen den beiden Netzen gibt:

            "Technisch ist es vorstellbar, dass die von Ihnen angeführten Leckagen in Wärmeüberträgern im Bereich der Trinkwasserwärmung vereinzelt auftreten können. Bisher konnten wir eine Häufung solcher Defekte aber nicht feststellen.

 ......Durch entsprechende Änderung der Parameter unserer Wasseraufbereitungsanlage können wir dann Abweichungen entgegenwirken.

 .....Sofern im Heizwerk aus betrieblichen Gründen Heizwasser in die Kanalisation eingeleitet wird, ist dieses Wasser so weit abgekühlt, dass es als Grund für eine Dampfbildung auszuschließen ist."

Auch im persönlichen Gespräch wurden Volumenverschiebungen bestätigt, die sich mit Arbeiten an privaten Heizanlagen nicht erklären lassen. Hier können nur Heizwasserverluste auftreten, nicht aber eine Vermehrung. Ein Geheimnis bleibt, woher der aus einem Kanaldeckel in der Nähe des Heizwerks häufig austretende Wasserdampf kommt.

Wenig hilfreich ist die Haltung, die Stadtwerke.  Diese ziehen sich formal zurück und verweisen darauf, Wasserverunreinigungen liegen in der Verantwortung der Abnehmer. Diese Haltung ist im Wissen um flächendeckend nicht funktionsfähige Rückflussverhinderer eine potenzielle Gefahr. Die Problematik wird aktuell vergrößert, weil durch die Reliningarbeiten am durchgerosteten öffentlichen Wassernetz die Querschnitte erheblich reduziert werden, was bei punktuellen Entnahmespitzen die Bemühungen des Heizwerks, einen Druckunterschied zu halten, unwirksam werden lässt.


        (Hartmut Rencker)

Ökologisch-Demokratische Partei
Mainz-Lerchenberg
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