Stadtverwaltung
Herrn Oberbürgermeister Beutel
-persönlich-

Mainz

Mainz, 16.9.2005

Soziale Verwerfungen auf dem Lerchenberg
Hier: Bauabsichten der Wohnbau Mainz GmbH

Sehr geehrter Herr OB Beutel,

es ist nicht einfach, mit der Wohnbau in einen konstruktiven Austausch zu kommen. Eingaben werden oft gar nicht oder nicht zielführend beantwortet. Deshalb wende ich mich wieder einmal auf kurzem Wege direkt an Sie als Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Der Lerchenberg hat eine schlechte Presse, leider zu Recht.  Immer mehr liegt im Argen, städtebaulich und sozial und natürlich auch der Fluglärm. Insgesamt ist das Siedlungsexperiment Lerchenberg nicht richtungweisend geworden. Besonders die verheerende Sozialstruktur in den Verdichtungsbereichen mit Wohnblockbebauung bringt den Lerchenberg in Verruf. Vandalismus, Pöbeleien, Kampftrinken, Schlägereien auch über den Lerchenberg hinaus, nächtliche Autorennen, Drogenhandel, tägliche Ladendiebstähle und vieles mehr plagen uns, kein Wunder bei der Vielzahl von Sozialhilfeempfängern, Ausländern und nicht Deutsch sprechenden Volksdeutschen.

In diesem Zusammenhang ist es für uns alle beunruhigend, dass die Wohnbau darüber nachdenkt, der Verwahrlosungstendenz des Spielplatzes am Brahmsweg durch Zubauen mit einer weiteren Wohnkiste zu begegnen. Damit wird bei den Belegungszwängen, denen die Wohnbau unterworfen ist, die Sozialproblematik weiter verschärft.

Ich bitte Sie sehr, Ihre Überzeugungskraft einzusetzen, um weiteren Schaden vom Lerchenberg abzuwenden. Sicherlich habe ich einige Dinge sehr offen ausgesprochen, aber nur wer anstößig ist, kann etwas anstoßen. Ich denke, dass Sie meine Zeilen so aufnehmen, wie sie von mir gedacht sind und bedanke mich für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

    (Hartmut Rencker)


Weiteres Schreiben:

 

Stadtverwaltung
Herrn Oberbürgermeister Beutel
-persönlich-
Mainz

Mainz, 31.12.2005

Soziale Verwerfungen auf dem Lerchenberg
Hier: kontraproduktives Verhalten der Wohnbau Mainz GmbH

Sehr geehrter Herr OB Beutel,

mit dem in Kopie beigefügten Schreiben habe ich mich bereits am 16.9.2005 besorgt an Sie gewandt. Meine harsche Kritik an dem gescheiterten Experiment Lerchenberg wurde nunmehr durch die  für den Lerchenberg verheerende Sozialraumanalye bestätigt.

Geradezu katastrophal sind die im Gutachten despektierlich als Papageienviertel bezeichneten Wohnblöcke mit minus sechs  abqualifiziert worden, gleichauf mit der berüchtigten Zwerchallee. Eigentlich ist die Bewertung noch schlimmer, wenn man die unterschiedliche Qualität der Bausubstanz berücksichtigt.  Bei schlechteren Wohnverhältnissen wäre wohl ein Negativrekord aufgestellt worden.

Ob das wohl unausweichliche Programm „Soziale Stadt“ viel helfen wird, möchte ich bezweifeln, denn es liegt nicht so sehr am Revier, sondern an der Belegungspolitik mit einer Ballung von Problemfällen aller Art. Hier ist der Hebel anzusetzen, wenn der Lerchenberg nicht zum Mini-Marzahn verkommen soll.

Ich bitte Sie eindringlich, Ihren Einfluss bei der Wohnbau zu nutzen, um durch eine andere Belegungspolitik eine Entspannung anzustreben.

Für eine kurze Stellungnahme wäre ich dankbar, auch zu der immer noch ungelösten „Müllabzocke“ und  dem von den Stadtwerken geleugneten Leckageproblem zwischen Trink- und Heizwassersystem.

Quo vadis Lerchenberg?

Mit freundlichen Grüßen für das Neue Jahr


(Hartmut Rencker)

ödp + Freie Wähler
Ortsbeiratsfraktion Mainz-Lerchenberg
55127 Mainz, Fontanestr. 82
Tel.: 06131-72801
E-mail: h.rencker@oedp-lerchenberg.de
www.oedp-lerchenberg.de

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